Me and black or white. Or grey?

Tja, was soll ich sagen. Für alle, die mich nicht kennen, mein Name ist Martina. Wie man dem Namen entnehmen kann, bin ich nicht mehr ganz so jung, aber auch noch nicht richtig alt. Trotzdem bin ich bereits Rentnerin. So habe ich mir das natürlich nicht vorgestellt. Ich hatte viele Pläne und Träume. Vieles konnte ich glücklicherweise verwirklichen, aber halt nicht alles. Dann kam die Krankheit, die sich um all das nicht scherte und mich nun rücksichtslos zum Improvisieren zwingt. Wie geht man damit um in einer Zeit und Welt, in der angeblich alles perfekt sein kann wenn man nur will? Pech, Schicksal, Lernprozess? Wie schafft man es, sich Dinge schönzureden? Oder ist alles nur eine Frage des Blickwinkels? An guten Tagen, welche zum Glück überwiegen, schaffe ich es, die Krankheit mit all ihren Folgen auf die Schippe zu nehmen und das Leben mit einer großen Portion Humor zu nehmen.

Folgende (wahre) Geschichte brachte mich zwar nicht zum Lachen, aber zum Nachdenken:

…es war einmal ein Reisejournalist, welcher unheilbar erkrankte. Die Krankheit hinterließ bereits ihre Spuren und er konnte sich nur noch eingeschränkt fortbewegen. Er gab nicht auf und setzte seine beruflichen Reisen fort. Während eines Aufenthalts in Neuseeland unterhielt er sich mit einem Maori. Dieser meinte, dass die Krankheit ihn ehren würde, da sie ihn besonders mache. Die Götter hätten ihn erwählt…

Welch interessante Sichtweise! Ich bin auch krank und weiß schon lange, dass ich erwählt bin. Es wurde Zeit, dass das endlich jemand anerkennt. Ironie off. Schön wär’s. Hierzulande gehört man als Mensch mit Handicap eher zu den bemitleidenswerten Geschöpfen, die das Schwert des Schicksals zu spüren bekamen. Anders sein kann zur Herausforderung werden. Aber wie das Beispiel mit dem Maori zeigt, kann man über dieselbe Sache völlig anders denken, wenn lediglich ein anderer Blickwinkel eingenommen wird. Den Schalter umzulegen hört sich so wunderbar einfach an und scheint doch so unglaublich schwer zu sein. Die Welt ist komplex und geprägt von Kontrasten. Ohne hell kein dunkel, ohne gut kein schlecht, ohne reich kein arm. Jeder glaubt, im Besitz der „richtigen“ Wahrheit zu sein. Konflikte sind somit vorprogrammiert.

Seltsam, dass wir die meiste Zeit damit verbringen, unseren Körper zu verschönern, die Gedankenpflege hingegen häufig vernachlässigen. Dabei bestimmen Gedanken unser Leben. Von morgens bis abends. Sie legen fest, wie wir über eine Sache denken und anschließend handeln. Auch wenn Schubladendenken extrem praktisch und laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gewissermassen auch notwendig ist, lohnt es sich, manchmal genauer hinzusehen. Wenn man sich die Mühe macht, in die Tiefen der Gedankenwelt abzutauchen, könnte man allerdings manchmal den Eindruck gewinnen, dass nichts ist, wie es scheint. Klingt anstrengend? Ja, aber auch spannend.

Na dann, Zeit zum Nachdenken und Gedanken teilen! Aber bitte – wenn möglich – mit viel Humor :-). Ich hoffe deshalb, dass mein Blog so manchen Leser zum Schmunzeln bringt. Ich möchte jedoch keineswegs nur über meine Krankheit/Gesundheit etc. schreiben, sondern über alles, was mich bewegt. Und das, soviel kann ich schon einmal verraten, ist viel. 

In diesem Sinne viel Spass beim Lesen!

Eure Martina