Eine experimentierfreudige Reise – Boom, Bang, Hurray!

Woher wissen wir eigentlich was wir wissen??? Woher wissen wir, dass wir alles wissen?

In meinen 20ern besaß ich ein T-Shirt mit der Aufschrift „No risk, no fun“. Ich hielt es für ein echt cooles Lebensmotto und verhielt mich gelegentlich dementsprechend, indem es mich ein paar Mal nicht nur als Touristin in fremde Länder zog. Ich liebe Erlebnisse, die einen aus der Komfortzone holen und den Horizont erweitern. Von wem ich diesen Hang zum Ausbrechen habe, ist nicht ganz klar. Vielleicht von meinem Cousin x-ten Grades, dem berühmten Ötzi alias Gletschermumie (herausgefunden durch einen Gentest :-). Ötzi spazierte also frisch und fröhlich über die Alpen, gönnte sich ein nettes Essen…bevor er plötzlich hinterhältig von hinten ermordet wurde. Wäre er doch nur in seiner Höhle geblieben! Boom!

Auch ich habe mich des öfteren aus meiner „Ich-akzeptiere-mein-Schicksal“-Höhle gewagt. So unternahm ich bislang unzählige, zum Teil sehr unkonventionelle Versuche, meine lästige Krankheit loszuwerden und investierte Tausende von Euro in meine herbeigesehnte „Heilung“. Hätte ich das Geld mal besser in ein nettes Auto investiert könnte man jetzt denken. Ja, vielleicht. Wenn da nicht dieser rebellische, neugierige und unaufhörlich optimistische Freigeist in mir wäre. Dieser macht es mir nahezu unmöglich, im Mainstream mitzuschwimmen, wenn dieser einfach keinen Sinn für mich macht. Und eine Medizin, die vor allem bei chronischen Krankheiten lediglich Symptome unterdrückt statt bei den Ursachen anzusetzen, ist meiner Meinung nach nur die halbe Wahrheit. Mein Freigeist ist also schuld, dass ich immer wieder Dinge ausprobiere, bei denen andere die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Wenn man sich im Kreis von Schulmedizin-Anhängern bewegt, muss man sich durchaus warm anziehen, wenn einem zuweilen der skeptische, eiskalte Wind entgegenbläst, denn meine Ansätze sind deren Meinung nach schlicht crazy, Humbug oder sogar – angeblich – gefährlich. Aber sei’s drum. Ich lebe noch und für mich gilt: „Wer oder was heilt, hat recht! Völlig egal, ob es in einem Buch steht oder nicht, in einer Studie bewiesen wurde oder nicht. Es lebe die Rebellion! Bang!

Was brachte es mir also, viel Geld für Dinge auszugeben, die sich im Nachhinein als sinnlos herausstellen? Nun, die Betonung liegt nicht grundlos auf „im Nachhinein“, denn erst wenn ich etwas versuche, werde ich wissen, ob es MIR hilft. Unglücklicherweise beging ich in der Vergangenheit einen großen Fehler: ich hielt stets Ausschau nach einem Mittelchen oder einer Therapie, das oder die mich möglichst ohne großen eigenen Einsatz gesund macht. Und zwar zack zack! Hat definitiv nicht funktioniert. Es musste wohl etwas Zeit vergehen, damit ich ansatzweise verstand, wie unser Körper funktioniert, was er benötigt und welch grandioses Wunderwerk er doch ist. Während meiner intensiven Recherchezeit fühlte ich mich deshalb wie Sherlock Holmes in meinem eigenen Gesundheitskrimi. Meine Neugierde erhielt den ultimativen Kick und mein Freigeist war im geistigen Drogenrausch! Ich entdeckte mögliche Ursachen, Zusammenhänge und Gründe für den Ausbruch meiner Krankheit und die vielen Puzzleteile, die ich seit vielen Jahren sammelte, ergaben endlich peu à peu ein großes Bild.

2018 war dann geprägt von etlichen Experimenten. Ich ließ mehrere ausführliche Blutbilder erstellen, machte Gentests und begann mit der Substitution von hochdosierten Vitaminen, Mineral- und Nährstoffen (nein, nicht bei Aldi oder dm gekauft). Ich kümmerte mich um meine Darmgesundheit und versuchte mich an einer Entgiftung meines Körpers, da man davon ausgehen kann, dass Schwermetalle mit Viren und anderen Störfaktoren interagieren können. Mein Körper reagierte auf so manche Versuche auf unschöne Weise. Ein Schritt vorwärts, fünf zurück. Es war und ist immer noch ein ständiges Ausprobieren und mir standen nicht nur einmal die Haare senkrecht zu Berge! Und meine Haare sind lang!

Aber: die Zeit und Energie, die ich in meine Recherchen investiert habe, haben sich gelohnt. So manches wurde bereits besser und ich schaue wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Und eines wurde mir klar: was dem einen nicht hilft, kann für den anderen ein Zaubermittel sein. Jeder Körper ist einzigartig. Und genau diese Tatsache birgt eine große Chance. Gemäß dem Motto: ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt. Ich beschloss also, mein eigener Arzt zu werden, denn niemand kennt meinen Körper besser als ich selbst und allein das Gefühl, mich nicht mehr hilflos zu fühlen und etwas für meine Gesundheit tun zu können, gibt mir Kraft und Zuversicht.

Wenn das alles mal kein großes Hurray wert ist 😉

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